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Nikolaus Lubich

Nikolaus Lubich

Nikolaus Lubich (1360 – 1431), aus einer Eisenacher Ratsfamilie stammend, war Kanzler des Markgrafen von Meißen, seit 1411 Bischof von Merseburg und Kanzler der Universität Leipzig.

Unter dem Namen Nikolaus von Lübeck wird Nikolaus Lubich Bischof von Merseburg. Seine Amtszeit währte von 1411 bis 1431. , Abbildung im Merseburger Dom.

Gründung der Leipziger Universität

Lange bevor der auf den 9. September 1409 datierte päpstliche Stiftungsbrief in Leipzig eintraf, war der Lehrbetrieb aufgenommen worden. Die Artistenfakultät hatte sich bereits im Oktober zusammengeschlossen und einen Dekan gewählt. Der Gründungswille der Magister stieß auf das Interesse der wettinischen Landesherren. Deren Kanzler Nikolaus Lubich besuchte im Mai 1409 das Konzil in Pisa.

Lubich stammte aus dem Eisenacher Bürgertum, hatte seit 1376 in Wien studiert, erwarb dort das Bakkalaureat, in Prag dann den
Magistertitel und den Grad des Lizentiaten des Rechts. Er wirkte von 1389 bis 1401 als Prokurator an der Kurie in Rom, war vertraut mit der Praxis und den Gepflogenheiten der kurialen Verwaltung. Seit 1400 hatte er das Dekanat der Erfurter Marienkirche inne und war damit Kanzler der Erfurter Universität. Lubich erreichte in erstaunlich kurzer Zeit, was sich sonst über Jahrzehnte hinziehen konnte: die notwendige Bestätigung durch den gerade gewählten Papst Alexander V. zur Gründung der Universität Leipzig.

Bischof Nikolaus von Merseburg erteilt der Universität Leipzig für seine Lebenszeit die Gerichtsbarkeit in Disziplinar- und Strafsachen, mit Ausnahme der vor ihm gehörigen schweren Verbrechen und Exzesse.

Pergament-Urkunde vom 25.06.1419 mit anhängendem Siegel
Bischof Nikolaus von Merseburg an Universität Leipzig



Stübel, Bruno: Urkundenbuch der Universität Leipzig. Leipzig 1879, Nr. 11, S. 18.









Von Redaktion Universitätsarchiv Leipzig

Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409.